I STILL HAVE A DREAM
EIN CLASSIC–JAZZ CROSS–OVER CONCERT–PROJEKT ZUM GEDENKEN AN MARTIN LUTHER KING *1929 – †1968
DUKE ELLINGTON (1965)
A CONCERT OF SACRED MUSIC

Edward Kennedy „Duke“ Ellington ist bekannt als einer der bedeutendsten Komponisten und Bandleader des Jazz. Seit Mitte der 1920’er Jahre prägte er die Entwicklung der orchestralen Big-Bandmusik. Er schrieb lyrische Tagesschlager genauso wie abendfüllende Suiten, mitreißende swingende Tanzmusik, und kleine Konzertstücke für einzelne seiner virtuosen Orchestermusiker. Seine Songs gingen in die Musikgeschichte ein.

1965 erhielt er den Auftrag zur Einweihungsfeier der Grace Cathedral in San Francisco ein geistliches Konzert aufzuführen. Dieses Konzert wurde dann im gleichen Jahr mit großem Erfolg an vielen Kirchen in den Vereinigten Staaten wiederholt und im Dezember des gleichen Jahres als Schallplatte herausgegeben.

1967 und 1973 kamen dann noch zwei weitere geistliche Konzerte dazu.

Ellingtons „Sacred Concerts” waren nur teilweise niedergeschrieben. Seine Musiker spielten ihre Parts, bis auf eine, im Jazz übliche Rudimentär-Notation, auswendig. 1999, zu Ellingtons 100.sten Geburtstag, hatte das Jazz–Institut in Darmstadt eine den Schallplatten abgehörte Version mit Teilen aus allen drei Konzerten zur Aufführung gebracht. Dies war bislang das einzige Aufführungsmaterial das uns zur Verfügung stand.

2010 haben wir eigenes Aufführungsmaterial erstellt. Denn ich denke, dass das 65’er Konzert eine herausragende Stellung in Ellingtons musikalischer Laufbahn und der amerikanischen Musikgeschichte einnimmt. 1965, Mitte der Sechziger, auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung um die Rassengesetze in den USA, ist sein „A Concert of Sacred Music“ Ellingtons Beitrag und Bekenntnis zur Bürgerrechtsbewegung. Einfach ausgedrückt: die Rede Martin Luther Kings „I have a dream“ mit musikalischen Mitteln.

Mein „Traum“ und Bestreben ist es, die „Sacred Concerts“ in ihrer gedachten Konzeption wieder auf die Bühne zu bringen und bekannt zu machen.

2018 sind es fünfzig Jahre seit der Ermordung Martin Luther Kings, und am 28. August 2018, fünfundfünfzig Jahre nach dem Marsch auf Washington und der damit verbundenen Rede Martin Luther Kings. Ich denke es ist eine gute Gelegenheit für die Wiederbelebung dieser Musik.

Stefan Rahnfeld